„Das Kind
in Ehrfurcht aufnehmen,
in Liebe erziehen und
in Freiheit entlassen“

Rudolf Steiner

waldorfschule-heilbronn-festsaal

"Ich habe sehr viel gelernt dabei!"

Zum Landwirtschaftspraktikum der Klassen 9a und 9b

 

In den ersten drei Wochen des neuen Schuljahres befanden sich die Schüler* der beiden neunten Klassen im Landwirtschaftspraktikum, einer festen Einrichtung zu Beginn der Oberstufe, die zu unserem Schulprofil gehört. Durch den Unterricht waren sie darauf vorbereitet, was sie erwartet und was Sinn und Zweck dieser Unternehmung ist und dass sie ein Berichtsheft zu verfassen haben. Die Vorbereitungsphase wurde abgerundet mit dem Besuch sowie einer Führung in der „Spielberger-Mühle“ in Brackenheim inklusive einem schülergerechten Vortrag über bio-dynamische Landwirtschaft.

 

Dieses Praktikum findet fast ausschließlich auf Demeter- und Biohöfen statt. Diese Höfe haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Umgang mit der Erde und den Tieren, also Ackerbau und Viehzucht, möglichst naturgemäß, möglichst im Einklang mit der Schöpfung zu betreiben, Erde und Tiere also nicht ausschließlich als ökonomische Faktoren oder Objekte zwecks Erwerb zu behandeln oder zu „misshandeln“! Die meisten dieser Höfe sind der Schule aus den vergangenen Jahren bereits bekannt, aber es kommen immer auch neue Höfe hinzu und es ist eine große Aufgabe der schulischen Organisatoren, den Kontakt und die Absprachen mit den Landwirten dieser Höfe im Vorfeld zu pflegen. Die Schüler gehen dann alleine oder zu zweit ins Praktikum und sie haben einen Betreuer aus dem Klassenkollegium, der sie ein Mal besucht und mit den Landwirten auch telefonisch während dieser drei Wochen in Verbindung steht.

 

Am ersten Montag nach dem Praktikum haben sich dann die Schüler in einer großen Morgenrunde unter Anwesenheit der Betreuer gegenseitig berichtet auf welchem Hof sie waren und über ihre positiven oder auch negativen Erfahrungen. Und es war beeindruckend zu erleben, wie unterschiedlich und vielseitig diese Berichte ausfielen. Es wurde gestaunt und gelacht. Vierzig Schüler schafften es, einander fast zwei Stunden lang aufmerksam zuzuhören!

 

Am Freitag darauf erfolgte eine abendliche Präsentations- veranstaltung. Hier ging es darum, auch den anwesenden Eltern in Wort und Bild, also auch unter Einsatz moderner Medien, ausführlich darzustellen, was ihre Kinder erlebt haben. Aus jeder Klasse wurden von den Schülern fünf Höfe „präsentiert“. Und weil diese Präsentationen vorbereitet waren, erlebten wir erstaunlich gut strukturierte und teilweise berührende Darstellungen, etwa wenn es darum ging, wie die Geburt eines Kälbchens erlebt wurde, aber auch wie schwer es fiel, von einem Tier Abschied zu nehmen, das zum Schlachten abgeholt wurde.

 

Insgesamt überwogen die positiven, erfreulichen Erfahrungen ganz eindeutig: „Ich habe sehr viel gelernt. Der Kontakt zu den Tieren war schön. Die Umstellung war nicht einfach, aber interessant. Ich habe ein ganz neues Zeitgefühl bekommen. Ich wurde menschlich gut aufgenommen.“ – Teilweise enttäuschend wurde erlebt, dass man sich nicht genügend wertgeschätzt vorkam, dass man zu wenig erklärt bekam oder dass man zu sehr auf sich allein gestellt war.

 

Abschließend fand einige Tage später ein Elternabend statt, auf welchem der verantwortliche Lehrer Herr Adamis eine zusammenfassende Darstellung über das diesjährige Praktikum gegeben hat und wo dann auch die Eltern noch einmal von ihrer Sicht aus auf dieses Praktikum geschaut haben. Und auch jetzt wurde in erster Linie dankbar und positiv Stellung bezogen.

 

Abschließend darf gesagt werden, es war eine gelungene Unternehmung und es bleibt allen zu danken, die zu diesem Gelingen beigetragen haben.

 

*Gemeint sind immer Schülerinnen & Schüler

G. Meck

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