„Das Kind
in Ehrfurcht aufnehmen,
in Liebe erziehen und
in Freiheit entlassen“

Rudolf Steiner

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Rheinradtour der 8. Klasse 2016

Schon immer verbanden Flüsse Menschen und Länder und so folgte auch die Klasse 8, allerdings in trockener Variante mit dem Fahrrad, den Tälern von Neckar und Rhein. Unmittelbar nach den Sommerferien startete am Montagmorgen dem 12.09. bei gutem Wetter eine Schar von 30 Kindern und rund 10 erwachsenen Begleitern das Abenteuer. Bereits nach 2 Tagen war das Neckartal mit einem Zwischenstopp in Eberbach durchfah­ren und der Hauptfluss – der Rhein – bei der nächsten Station in Altrip erreicht.

 

In Tagesetappen von 65 – 90 Kilometer ging es zügig entlang des Stroms. Die Radtour beab­sichtigte jedoch weit mehr als den sportlichen Aspekt möglichst viele Kilometer schnell herunterzuradeln. So haben die Kinder in zuvor erarbeiteten Referaten zu vielen Aspekten rund um den Rhein Wissenswertes zusammengetragen und vor Ort referiert. So zum Beispiel zum Kölner Dom und der Pfalgrafenburg bei Kaub, der Erasmusbrücke in Rotterdam sowie den dortigen Kubushäusern, zur Loreley und zum Deutschen Eck an der Moselmündung. Aber neben diesen vielen äußeren Bildungseindrücken, bildete sich auch bei allen Teilnehmern ein anderes Bewußtsein. Durch die gemeinsamen Anstrengungen wuchs mit jedem Tag die Klassengemeinschaft stärker zusammen. Gab es einmal einen Fahrradunfall, unterstützten Kameradinnen und Kameraden die Verunfall­ten. Ganz sicher hat diese Schicksalsgemeinschaft aber auch das Verhältnis zu Herrn Böhm, dem Klassenlehrer, gestärkt, der zudem darauf bedacht war, jeweils in einer anderen der 3 bis 4 täglichen Radlergruppen mitzufahren, der aber auch bis spät in die Nacht die Akustik einzelner Zelte im Rahmen hielt. Tagsüber kristallisierten sich die un­terschiedlichen Neigungen im Spannungsfeld zwischen der sportlich ambitionierten schnellen Gruppe und den etwas langsameren und auf Wegeindrücke bedachteren Gruppen heraus. Doch Gleichwohl fanden sich alle am Spätnachmittag und Abend in der nächsten Etappe wieder und wurden dort vom Küchenteam der Elternschaft mit Proviant empfangen. Routinemäßig wurden Zelte aufgebaut und es war noch Zeit für allerlei Akti­vitäten wie Baden gehen, Badmington spielen oder Fußball und Raufen. Auch für die Elternschaft war es schön zu erfahren, wie man gemeinsam mit der Aufgabe einer sicheren Begleitung der Gruppen und der täglichen Essensbeschaffung wächst. Sowieso mangelte es in punkto Essen an nichts und so wurden selbst am Niederrhein solide schwäbische Gerichte für die Gruppe gekocht.

 

Am Freitag, dem 23.09. wurde dann schließlich nach physischen wie psychischen Heraus­forderungen das wunderbare Ziel der Reise erreicht und nach gut 800 Kilometern die Rheinmündung in die Nordsee bei Hoek-van-Holland erreicht. Noch einmal wurde uns von Herrn Böhm die Besonderheit des Rheins, der dort übrigens Waal heißt, vor Augen geführt. Nicht nur während eines nächtlichen Bads einiger Teilnehmer in der Nordsee als ultimatives Reise-i-Tüpfelchen, sondern auch während einer kilometerlangen Wanderung auf die absolute Spitze der Mündung, die linksseitig den gelb erleuchteten riesigen Europoort erkennen ließ und rechtsseitig in wunderbare Dünen- und Strandlandschaft überging. Zwischen diesen Gegensätzen fuhren dann überdimensionale Ozeanriesen durch die Nacht in die Welt hinaus. Es bleibt die besondere Erfahrung, sich mit eigener Kraft, aber im Verbund einer erstarkten Gemeinschaft ein so fernes Ziel wie die Nordsee erradelt zu haben.

Hierfür ein herzliches Dankeschön der Schüler und Eltern an Herrn Böhm.

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