„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“

Rudolf Steiner

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Qualitätsentwicklung und Impulsgruppe

Moderne Gemeinschaften unterscheiden sich von früheren und aus der Geschichte überkommenen Sozialformen vor allem dadurch, dass jeder sein eigener „Herr“ ist und „sich selbst regiert“. So gibt es auch in unserem Verein keine Hierarchien, keine Vorgesetzten, keine Organisationsabteilungen, die Verwaltungsstrukturen vorgeben oder Organisationsformen festlegen. Zudem ist jede Waldorfschule anders, hier gibt es wenig Möglichkeit, sich eine Vorlage für eigene Gestaltung zu besorgen. Es gibt letztlich nur ein gemeinsames Interesse: das Wohl des Kindes, seine Entwicklung und Bildung mit den Mitteln zu fördern, die ein geistig erweitertes Menschenbild und die daraus sich ergebende Erziehungskunst bereitstellen.


Über hundert aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich in unserem Verein für diese Aufgabe selbst organisieren und koordinieren. Das erfordert ein völlig anderes, umfassenderes Bewusstsein als frühere Sozialgestaltungen, eine wachere Aufmerksamkeit, Geistesgegenwart. Vieles, was früher mehr instinktiv gehandhabt oder von höherer Instanz geregelt wurde, die Beziehungen zwischen den Menschen, die Handlungsmotive und Sinnzusammenhänge in ihrer Arbeit, letztlich alles, was die Gestaltung von Organisationsformen begründet, muss in einem freien Geistesleben durchschaut und neu ergriffen werden, wenn in unserer individualistischen Gesellschaft nicht vermehrt Unverständnis, Verwirrung und soziales Chaos entstehen sollen.


Ein solches Selbstverständnis ist auch nötig, um nach außen die Qualität unserer Arbeit sichtbar zu machen und den an die sozialen Einrichtungen und Organisationen vermehrt herangetragenen Forderungen nach Transparenz und Qualitätssicherheit zu begegnen. Das Verfahren für Qualitätsentwicklung „Wege zur Qualität“, mit dem schon zahlreiche andere soziale und pädagogische Einrichtungen der anthroposophischen Bewegung erfolgreich arbeiten, bietet hierfür grundlegende Erkenntnismittel und ein begriffliches Instrumentarium, das unserem Verständnis von Erziehung und einem freien Geistesleben entspricht. Wir haben deshalb beschlossen, es als Verfahren der Weiterentwicklung unserer pädagogischen Zusammenarbeit und der Selbstverwaltung zugrunde zu legen. Eine Gruppe von Delegierten aus den Konferenzen, der Elternschaft und dem Vorstand hat sich unter dem Namen „Impulsgruppe“ auf den Weg gemacht, auf dieser Grundlage Einsichten zu erarbeiten, die über die verschiedenen Organe und Gremien als Entwicklungsimpulse in unsere Gemeinschaft einfließen sollen. Die Erarbeitung eines dynamischen Delegationsverfahrens und die Einrichtung regelmäßiger Zusammenarbeitsgespräche sind unter anderem Arbeitsergebnisse dieser Initiativgruppe.