„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“

Rudolf Steiner

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Leitfaden zur Orientierung bei Konflikten

Dort, wo Menschen zusammenarbeiten, sind unterschiedliche Interessenlagen und Anliegen, unterschiedliche Sichtweisen und Emotionen im Spiel. Das ist normal, kann aber eine Gemeinschaft vor große Herausforderungen stellen. Damit Konflikte nicht destruktiv wirken, müssen sie sorgfältig bearbeitet werden. Ein erster Schritt hierzu ist, Probleme, Konflikte und Kritik als Chance zu begreifen.


Gelingen kann uns das nur, wenn wir in einen offenen, wertschätzenden und respektvollen Dialog kommen und wenn wir uns verpflichten, einen aktiven Beitrag zur Lösung einer Konfliktsituation zu leisten.


GEMEINSAM DIE LÖSUNG ERARBEITEN
Ganz grundsätzlich geht es bei einer konstruktiven Konfliktbearbeitung darum, den beteiligten Parteien mit einem strukturierten Vorgehen die Möglichkeit zur Erarbeitung einer Lösung zu bieten. Dabei ist wichtig: Nur gemeinsam entwickeln wir eine tragfähige Lösung. Es sind immer die Beteiligten selbst, die gemeinsam zu einem Ergebnis kommen, das sie weiterbringt. Wir setzen dabei auf Eigenverantwortung. Wenn wir ernsthaft daran interessiert sind, die Ursachen eines Konflikts aufzudecken, gehen am Ende nur Gewinner aus der Konfliktsituation hervor. So gesehen, kann aus einem anfänglichen Problem viel positive Dynamik entstehen.


Diese Broschüre will daher Leitfaden und Orientierung sein, um von Anfang an den richtigen Weg einzuschlagen. Wichtiges Ziel ist, Sicherheit zu vermitteln. Wie gehe ich damit um, wenn ich sehe, dass etwas schiefläuft? Welche Gespräche führe ich dann mit wem? Was tue ich, wenn mein Kind oder ich ein Problem mit einem Lehrer, einer Lehrerin oder einer anderen am Schulleben beteiligten Person haben? Wie gehe ich damit um, wenn ich unzufrieden bin mit meiner Situation im Schulleben oder sich beim gemeinsamen Engagement für die Schule ein Konflikt mit anderen Eltern entwickelt?


Je nach Problem und Art der Kritik oder des zu lösenden Konflikts können wir verschiedene Wege beschreiten, auf die wir – Eltern und Lehrer unserer Schule – uns gemeinsam verständigen.


Dazu gehört, die konstruktive Wirkung eines Konflikts erfahrbar zu machen. Konstruktiv – im Sinn von Ge-winn bringend im Umgang miteinander – ist ein Konflikt dann, wenn er den Beteiligten die Möglichkeit gibt, ihre Anliegen vorzubringen und Gehör zu finden, wenn er ein Ventil für Emotionen bietet, Neuerungen voranbringt und den Zusammenhalt in der Gemeinschaft fördert. Es ist auch ein Qualitätsbegriff, der hier zum Ausdruck kommt: die Wertschätzung füreinander.


Je nach Problem und Art des Konflikts werden verschiedene Wege beschritten, für die Eltern und Lehrer unserer Schule folgende Verabredungen treffen:


1. EINZELGESPRÄCH MIT DEM BETROFFENEN LEHRER
Für Rückmeldungen, Fragen und Kritik ist zuerst der betroffene Lehrer selbst der Ansprechpartner:

 

Die Eltern verpflichten sich

  • den direkten Kontakt mit dem Lehrer zu suchen
  • bei schwierigen Problemen einen Vertrauten aus der Schulgemeinschaft zu suchen, der auch vom betroffenen Lehrer akzeptiert werden kann und als neutraler Dritter dem Gespräch beiwohnt.


Die Lehrer verpflichten sich

  • gleich zu Beginn des Schuljahres den Eltern die verschiedenen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme bekannt zu geben (z. B. Telefonnummern, E-Mail-Adresse, Sprechzeiten)
  • für Gespräche zur Verfügung zu stehen
  • Gespräche auch im Beisein eines Dritten zu führen.


Beide Seiten verpflichten sich zur Vertraulichkeit zum Schutz der Beteiligten.


Empfehlenswert: Klare Absprachen treffen, die schriftlich festgehalten und von den Gesprächspartnern unterschrieben werden.


2. EINZELGESPRÄCH MIT DEM KLASSENLEHRER/-BETREUER
Kann der Konflikt mit dem betroffenen Lehrer nicht kon-struktiv bearbeitet werden, ist im nächsten Schritt der Klassenlehrer/-betreuer anzusprechen.


Die Eltern verpflichten sich

  • wenn das Gespräch mit dem betroffenen Lehrer nicht mehr möglich oder erfolglos ist, mit dem betroffenen Klassenlehrer/-betreuer zu beraten (falls er nicht selbst der betroffene Lehrer ist)
  • die Schwere des Problems gemeinsam mit dem Klassenlehrer/-betreuer zu beurteilen und eine Lösung herbeizuführen

Die Klassenlehrer/-betreuer verpflichten sich:

  • als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen
  • das Anliegen/Problem der Eltern ernst zu nehmen, die Reichweite des Problems nach bestem Vermögen einzuschätzen und geeignete Bearbeitungswege zu suchen, z. B. bei einem gravierenden Vorfall direkt an die SFK-Leitung zu verweisen

Beide Seiten verpflichten sich zur Vertraulichkeit.
Empfehlenswert: Klare Absprachen treffen, die schriftlich festgehalten und von den Gesprächspartnern unterschrieben werden.


3. KONFLIKTBEARBEITUNG IN DER SCHULFÜHRUNGSKONFERENZ
Sofern der Konflikt bis dahin nicht gelöst werden konnte, ist die SFK-Leitung der nächste Ansprechpartner.

 

Die Eltern verpflichten sich

  • den Kontakt mit der SFK-Leitung zu suchen. Dieser kann über das Schulsekretariat, Verena Jungmann (07131 / 5895-10), hergestellt werden

Die SFK verpflichtet sich

  • das Thema zeitnah (innerhalb von 10 Tagen) zu behandeln und den Antragsteller über die Bearbeitung auf dem Laufenden zu halten
  • falls eine zeitnahe Bearbeitung nicht möglich ist, das Thema mit Einwilligung des Antragstellers an den Vertrauenskreis zu übergeben

Beide Seiten verpflichten sich, gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen zu erarbeiten.

 

4. DER VERTRAUENSKREIS
An den Vertrauenskreis können sich Eltern, Lehrer, Schüler und Mitarbeiter zu jeder Zeit für Anfragen, zur Aussprache und bei Problemen wenden. Die Aufgaben der Mitglieder des Vertrauenskreises: zuhören, beraten, Vorbereitung und Hilfe zur Gesprächsführung, begleiten von Gesprächen oder Vermittlung begleitender Gespräche.

 

Die Beteiligten verpflichten sich

  • die Themen vertraulich zu behandeln

Auf Wunsch der Beteiligten kann das Thema in gemeinsamer Absprache an weitere Gremien vermittelt werden.
Der VK setzt sich aus gewählten erfahrenen Eltern und Lehrern zusammen: Die Ansprechpartner können frei gewählt werden.
Silke Voellner (E)
Marion Krüll-Seiler (L)
Herbert Schauerbeck (E)
Arndt Miltner (L)


5. DER VORSTAND
Falls alle bisherigen Bemühungen nicht zu einer Konfliktlösung geführt haben, stehen aus dem Vorstand als Ansprechpartner zur Verfügung:
Bernd Hilsberg
Martin Merkle


Die Beteiligten verpflichten sich:

  • die Themen vertraulich zu behandeln

Auf Wunsch der Beteiligten kann das Thema in gemeinsamer Absprache an weitere Gremien vermittelt werden.