„Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“

Rudolf Steiner

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Überregionale Gemeinschaft

Die Freie Waldorfschule Heilbronn hat, wie jede Waldorfschule, eine ganz individuelle Gestalt, sowohl im Hinblick auf ihr pädagogisches Profil, als auch hinsichtlich ihrer Organisations-und Verwaltungsstrukturen. Damit steht sie aber als waldorfpädagogische Initiative im gesellschaftlichen Umfeld nicht allein, sondern nimmt zugleich teil an einem überregionalen Kultur-und Geistesleben und einem gemeinschaftlichen Interessenverband, der nicht nur landesweit organisiert ist, sondern sich zunehmend in einer weltweiten Zivilgesellschaft artikuliert. Dies gilt in gleichem Maße auch für die Waldorfkindergärten. Im Bewusstsein der Tatsache, dass eine dem Wesen des Kindes gemäße Pädagogik eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Zeit darstellt, gilt es die überregionale Gemeinschaft zu pflegen und gegenüber anderen gesellschaftlichen und politischen Interessen zu vertreten.

 

In der Regionalkonferenz kommen die in der „Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Baden-Württemberg“ organisierten Schulen zu regelmäßigen Beratungen zusammen, jeweils vertreten durch ein bis zwei Delegierte. Da in der Bundesrepublik Deutschland die Kultur-und Bildungsorganisation weitgehend der Landespolitik untersteht, kommt den Regionalkonferenzen eine große praktische Bedeutung zu, wie beispielsweise in Fragen der Prüfungsorganisation oder der Unterrichtsgenehmigungen.

 

Zur bundesweiten Delegiertenkonferenz wird in vierteljährlichen Abständen vom „Bund der Freien Waldorfschulen“ eingeladen. Neben zahlreichen Aufgaben, wie der Erörterung gemeinsamer pädagogischer Themen, der Wahrnehmung gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen und Fragen der Waldorfschulentwicklung werden hier besonders die Initiativen und Neugründungen von Waldorfschulenberaten und – nach erfolgreichem Genehmigungsverfahren – ihreAufnahme in den „Bund“ beschlossen.

 

In der Mitglieder-und Trägerversammlung des Bundes kommen die Vertreter der Schulvereine zur Beratung und Beschlussfassung über den Bundeshaushalt der Waldorfschulen zusammen. Da Haushalts-fragen sehr eng mit den inneren Entwicklungstendenzen der Schulbewegung verbunden sind, nehmen außer den Schulvorständen und Geschäftsführern auch Delegierte der Lehrerkollegien teil.

 

Im Landeselternrat und im Bundeselternrat treffen sich delegierte Eltern der betreffenden Waldorfschulen. Sie üben eine beratende Funktion in Schulfragen aus. Ebenso finden landesweit organisierte Geschäftsführertagungen und von Zeit zu Zeit auch Hausmeistertagungen statt. Daneben gibt es zahlreiche andere überregionale Arbeitstagungen und Fortbildungsveranstaltungen, landes-und bundesweit, aber auch global, wie etwa die Weltlehrertagungen in Dornach.

 

Auch die Kindertagesstätten sind überregional tätig. Dreimal im Jahr treffen sie sich in einer Regionaltagung Baden-Württemberg-Nord, in der Erzieherinnen und Erzieher, Vorstände und Geschäftsführer gemeinsam an pädagogischen Themen arbeiten und fachspezifische Fragen erörtern. Jährlich findet außerdem in Hannover eine Fachtagung der Vereinigung der Waldorfkindergärten statt, hinzu kommen internationale Fachtagungen der Waldorfkindergärten in Dornach.

 

Unser Verein unterstützt auch mit jährlichen Beiträgen die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners, eine Organisation, die sich seit 1971 weltweit für Waldorfpädagogik und Freiheit im Bildungswesen einsetzt und schon in zahlreichen Ländern die Entstehung waldorfpädagogischer Initiativen begründen half. Klassenweise beteiligt sich unsere Schule zudem am jährlichen „WOW-Day“, der weltweit organisierten Spendenaktion „Waldorf One World“, die Kindern in aller Welt den Zugang zu einer menschenwürdigen Pädagogik ermöglicht.

 

Wie in allen anderen Bereichen unserer Gesellschaft, so wird sich zukünftig auch in der Pädagogik ein globales Bewusstsein entwickeln. Gegenwartsgemäßes Handeln ist stets konkret und einzigartig, wird aber zugleich auch getragen von der Einsicht in den umfassenden Zusammenhang des Ganzen. Dies trifft nicht nur auf das Wesen des einzelnen Menschen und sein Wirken in der Gemeinschaft zu, sondern ebenso auf das Selbstverständnis einer Gemeinschaft und ihre Beziehung zum Ganzen der gesamten Menschheit. Auch in diesem Sinne ist unsere pädagogische Arbeit der individuellen Freiheit und der Verantwortung für die zukünftigen Generationen verpflichtet.